Geburtshilfe
Schwangerschaftsbetreuung
„Das Einfachste ist das Wichtigste!“ Die sogenannte Schwangerschafts-Vergiftung (Präeklampsie) ist mit 5% eine der häufigsten Komplikationen und gefährlich für Mutter und Kind. Die Ursachen sind nicht genau geklärt. Dabei steigen Blutdruck und die Eiweissausscheidung im Urin an, so dass dies bemerkt werden kann, lange bevor es gefährlich wird. Es gibt allerdings unterschiedliche Verläufe, bei den einen ist schnelles Handeln angezeigt, bei anderen kann man unter strengen Kontrollen zuwarten, bis allenfalls die Geburt eingeleitet werden muss. Dies stellt letztlich die einzige kausale Therapie dar.
Der Blutgehalt wird als Hämoglobin gemessen. Dieser Stoff ist in den roten Blutkörperchen enthalten und für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich. Er hat so einen wichtigen Anteil an der Versorgung des Kindes im Mutterleib. Der Wert sinkt in der Schwangerschaft durch einen erhöhten Wasseranteil im Blut von etwa 14mg/dl auf 12mg/dl. Von einer Blutarmut spricht man bei einem Wert unter 11mg/dl. Die weitaus häufigste Ursache dafür ist ein Eisenmangel, weil mit fortschreiten der Schwangerschaft der Bedarf massiv steigt. Einerseits werden mehr Blutkörperchen in Umlauf gebracht, andererseits benötigt der Mutterkuchen und das Kind ebenfalls Eisen, so dass insgesamt zusätzlich 800mg Eisen benötigt werden. Dies gelingt mit der Nahrung oft nicht. Zeichen einer Blutarmut sind Blässe, Müdigkeit und Herzklopfen. Blutarmut steigert das Infektions-, Abort- und Frühgeburtsrisiko. Deshalb ist es wichtig rechtzeitig dies zu Erkennen und durch Eisensupplementierung zu behandeln.
Eine ausgewogene Ernährung ist in der Schwangerschaft und Stillzeit äusserst wichtig. Dazu gehört regelmässig Gemüse (Folsäure, Vitamin B, Eisen und andere Mineralien), Früchte (Vitamin C, Mineralien), täglich Milchprodukte (Kalzium) sowie Vollkornprodukte (Vitamin B und E), 2-3 mal Fleisch (Eisen, Vit. B12) und 1-2 mal Fisch (ungesättigte Fettsäuren) pro Woche. Trinken sie mindestens 1.5-2 Liter pro Tag, am besten in Form von Wasser oder wenig gesüsstem Tee.
Für die optimale Gehirn- und Augenentwicklung des Kindes ist eine ausreichende Menge an ungesättigten Omega-3-Fettsäuren von höchster Bedeutung. Diese finden sich vor allem im Fisch, wobei Grossraubfische wie Schwertfisch, Grosstunfisch (Konserven enthalten meist kleine, unbedenkliche Sorten), Hai und Marlin oft mit Quecksilber, Ostseehering und Ostseelachs mit Dioxinen belastet sind und deshalb gemieden oder sehr begrenzt verzehrt werden sollten. Mögen sie keinen Fisch oder haben sie bedenken wegen den Umweltgiften, dann gibt es für sie auch die Möglichkeit diese hochwertigen Fettsäuren in Kapselform einzunehmen.
Weiter empfohlen ist eine Limitierung von Reh- und Hasenpfeffer auf 400g/Woche wegen erhöhtem Bleigehalt. Kalbsleber muss in der Frühschwangerschaft möglichst weggelassen werden, da hohe Mengen an Vitamin A dem Kind schaden können.
Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat erhöht sich der Kalorienbedarf um etwa 300 auf 2500 kcal pro Tag. Dies entspricht einer zusätzlichen Scheibe Brot und ein Stück Käse!
Die Gewichtszunahme sollte sich auf 7-18 kg belaufen, wobei sich Untergewichtige am oberen, Übergewichtige am unteren Spektrum orientieren sollen.
Folsäure ist in der Dosis von 0.4 mg/Tag vier Wochen vor der Konzeption und während den ersten 12 Schwangerschaftswochen zur Minimierung des Risikos eines «offenen Rückens» beim Kind einzunehmen, da die benötigte Menge über die Nahrung nicht garantiert ist.
Da der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen generell erhöht ist und auch weniger Missbildungen unter Vitamineinnahme beobachtet wurde, wird empfohlen zusätzlich ein Multivitamin-Präparat mit Mineralstoffen einzunehmen.
Zusammenfassende Empfehlungen für schwangere Frauen
Blutzucker-Screening
Infektions-Screening
Diese virale Erkrankung der Leber verläuft häufig chronisch und lange Zeit ohne bemerkbare Symptome. Da diese Erkrankung bei der Geburt auf das Kind übertragen werden kann, müssen die Trägerinnen dieser Krankheit mittels Bluttest in der Schwangerschaft identifiziert werden, damit das Kind nach der Geburt sofort geimpft werden kann, um die Ansteckung zu verhindern.

Risiko-Schwangerschaften
Farbdoppler-Untersuchung

4-D-Ultraschall
Früh-Ultraschall und Ersttrimester-Test (11.-13. SSW)


Organdiagnostik und Missbildungsausschluss (20.-23. SSW)
Wachstums-Ultraschall
(28.-32. SSW)
Dies kann bei Frühgeburtsbestrebungen wichtige Informationen liefern bezüglich dem Risiko.

Herztonkurven-Messung (CTG)
Kaiserschnitt oder Spontangeburt?
Medikamente in der Schwangerschaft
Geburtsvorbereitung
Gebärsaal-Führung
Schwangerschaft: FAQ

Stillen
Beim Stillen überwiegen die Vorteile bei weitem die Nachteile. Schadstoffe in der Muttermilch können vernachlässigt werden, so dass ausschliessliches Stillen in den ersten 6 Monaten empfohlen wird. Danach wird allmählich dem Alter angepasste Beikost zugegeben, so dass nach 1-2 Jahren das Stillen ganz eingestellt werden kann. Wie alles im Leben gibt es auch hier Vor- und Nachteile und manchmal klappt es nicht so wie gewünscht: Zu wenig Milch, wiederholte Milchstaus oder gar Entzündungen, Stillen und Beruf! Wir beraten sie gerne oder weisen sie an ausgebildete Stillberaterinnen weiter. Lassen sie sich nicht unter Druck setzten und machen sie es so, wie sie es für richtig halten. Stillen sie ab, wenn es für sie nicht mehr stimmt und machen sie sich dabei ganz bestimmt keine Vorwürfe. Wir beraten sie auch gerne in dieser Situation.
Rückbildungsgymnastik
Kurse im Kantonsspital finden sie hier:
Geburtshilfe und Pränataldiagnostik | Kantonsspital Baden
Komplikationen
Ein Kind kann man zu jeder Zeit verlieren. Zum Glück sind das absolute Raritäten, deren Ursachen jedoch oft ungeklärt bleiben. Gewisse Ursachen und Risikofaktoren können im Hinblick auf eine weitere Schwangerschaft abgeklärt und beachtet werden, so dass sich das Unglück nicht wiederholt.
Erreicht das befruchtete Ei bis zum 5. Tag nicht die Gebärmutter, kommt es zu einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter, meist im Eileiter. Mit einer Häufigkeit von 1% ist dies eine potentiell lebensgefährliche Komplikation, die der fachärztlichen Beurteilung und Therapie bedarf. Sie äußert sich durch Unterbauchschmerzen, oft einseitig und plötzlich auftretend, meist im Zeitraum der 5.-8. SSW. Vaginale Blutung und Schwindel können ebenfalls auftreten. Durch Ultraschall und Blutuntersuchung kann die Situation rasch geklärt werden. Mittels Bauchspiegelung wird die Stelle aufgesucht und behandelt, falls möglich unter Schonung des betreffenden Eileiters.
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